Montag, 14. Juli 2008

Paradise found





Hi folks,
wir sitzen hier in Santa Barbara im Java Jones Coffeehouse und wollen noch vor der Dunkelheit auf unserem Campingplatz in der Paradise Road ankommen. Der Straßenname sagt alles. Wir lassen deshalb heute nur ein paar Bilder sprechen:-)

Montag, 7. Juli 2008

Great fishes are few and far between




Hi friends,
heute sind wir noch einmal auf Fischfang in Los Angeles unterwegs gewesen. Unsere Fische tragen so seltsame Namen wie sun visors, temperature control knob, fan speed control knob, theft deterrent system, sim card und Getty Center. Auf deutsch gesagt handelt es sich um vier Autoteile, ein eigenwilliges Alarmsignal, einen T-mobile-shop und das John Paul Getty Center. Wir ließen den Tag ruhig angehen, denn erstens haben wir ja Ferien, zweitens ist der Jetlag, der uns anfänglich um sechs Uhr aus dem Bett warf, längst vorüber und drittens soll der Berufsverkehr in LA besonders dicht sein.
Nach unserem obligatorischen zweiten Kaffee bei "seven eleven" stürzen wir uns also um 11:30 Uhr mit unserem gebrauchten, aber noch nicht versicherten Auto (so viel Nervenkitzel muss schon sein) in den hektischen Straßenverkehr. Der Begriff rush hour besitzt in LA wohl eine räumlich-zeitliche Expansion oder die Wecker in allen privaten Haushalten haben heute eine Fehlfunktion. Anders können wir uns nicht erklären, dass sich die Hälfte aller Los Angelesser (spricht man das so aus?) zur Mittagszeit auf unserer Autobahn versammeln müssen.
Nach 1,5 Stunden kommen wir doch noch am Kia-Händler an. Das eigensinnige Alarmsignal hat sich ohne Zutun von alleine besänftigt, die Ersatzteile sind jedoch leider nicht vorrätig und bei Bestellung erst in einer Woche lieferbar - da wollen wir doch längst in den Bergen mit den Cowboys am Lagerfeuer sitzen! Von der Bestellung nehmen wir also Abstand. Bei der Abfahrt entdecken wir unzählige Autoteileverwerter, die sich in einer einzigen Straße wie Geier auf einem Baum versammelt haben (sollte das ein böses Ohmen sein?). Luis ist einer von ihnen und stammt aus Mexiko. Als ich mit ein paar Brocken Spanisch das Eis breche, ist er überaus hilfsbereit und bekommt nach einigen Telefonaten heraus, dass Rene, ein Kumpel von ihm und in der gleichen Branche tätig, einen Kia in den von uns gewünschten Einzelteilen vorrätig hat, aber um fünf schon Feierabend macht. Unser erster großer Fisch schwimmt vor unserer Angel. Wir müssen nur noch bis morgen abwarten, damit er anbeißt.
Weiter geht es zum T-mobile-shop. Um die nun folgenden mehrfachen Verkehrsüberschreitungen in Form von "Kojak-Wenden" (für junge Leser: 180° - Drehmanöver) zu verstehen, müssen wir voranschicken, dass wir die Adresse des T-mobile-shops aus dem Internet gegooglemappt haben. Der Shop soll sich demnach auf dem Sepulveda Boulevard 309 N befinden. Wir fahren die Straße mehrfach in die eine als auch in die andere Richtung ab, der Shop ist jedoch nicht zu finden. Wir geben entnervt auf und lassen unseren zweiten Fisch ziehen.
Nach diesen Enttäuschungen muss nun noch ein Highlight her. Als wir die Einfahrt zum Getty Center hinauf fahren, stoppen uns uniformierte Angestellte und weisen darauf hin, dass das Getty Center heute geschlossen hat. Ohne einen einzigen Fisch im Netz schaukeln wir über den nun erstaunlich leeren Freeway 405 zurück ins Hotel.
Als wir Rupert von unseren Erlebnissen berichten, muss er lachen und klärt uns auf: Der Sepulveda Blvd zieht sich von Norden nach Süden durch die ganze Stadt. In den einzelnen Stadtteilen wird er jeweils seperat nummeriert. Wir sollten uns die Adresse doch noch mal genau anschauen:
309 N Sepulveda Blvd. El Seg
Der letzte Zusatz ist also keine Straßenecke, sondern ein Stadtteil. Wir gogglemappen die Adresse noch einmal und stellen be- und entgeistert fest: Der Shop liegt in der Nachbarschaft von unserem Hotel.

Sonntag, 6. Juli 2008

Mission impossible






Hi you lot,
in der nächsten Zeit werden wir wohl etwas weniger von uns hören lassen. Am Mittwoch brausen wir mit unserem neuen Gebrauchtwagen, der sich nach einem check up - von ein paar fehlenden Teilen und einem Fehlalarm mal abgesehen - als ganz solide herausstellt, Richtung Norden, auf einen der vielen Campingplätze. Und dort gibt es voraussichtlich keinen Zugang zum www. Wir freuen uns auf spannnende Bücher, halbwegs einsame Wanderwege und selbstverkochte Speisen. Die Auswahl an Fast Food Restaurants ist hierzulande riesig, - die bei uns bekannten Ketten haben wir bereits abgegrast - aber wir dürfen uns noch auf Wendy's, Carls Jr., Hardees, KFC, Denny's, Taco John's, Jack-in-the-box und Dairy Queen freuen?
Die diversen Strände rund um LA dagegen sind sehr einladend, auch wenn wir angesichts der Autokauf -Odyssee bislang nur wenig Zeit dort verbringen konnten. Sabine steht auf dem Foto übrigens in Malibu Beach vor dem Haus von Ruperts Cousin Dave, der im Mangement einer Investmentbank arbeitet, aber viel zu selten sein schönes Haus genießen kann.
An genau diesem Strand spielte sich dann auch ein "clash of cultures" ab, von dem ich als letztes berichten möchte. Am späten Nachmittag war mir nach einem Lauf am Wasser, barfuß, nur bekleidet mit einer normalen Badehose. Als sich die Leute nach mir umdrehten, habe ich zunächst vermutet, sie würden meine Laufgeschwindigkeit bewundern. Als mir dann "you naughty man!" zugerufen wurde, dämmerte mir, dass sich die Blicke auf meine Bekleidung bezogen. Und tatsächlich: Jeder hellhäutige Amerikaner hat weiße Oberschenkel, die man allerdings nicht sehen kann. Am Strand und im Wasser werden konsequent Shorts getragen. Das Umziehen wird übrigens im Auto - wie so vieles andere auch - erledigt. Plötzlich habe ich meine Mission in diesem Land erkannt.

Freitag, 4. Juli 2008

Rupert sez




Rupert hat neulich gesagt: We are a carpool.
Nun muss man ja nicht gleich alles glauben, was andere Menschen, egal welcher Nationalität, so behaupten, aber Recht hatte er:
A carpool is 2 or more persons in one car.
Ja und? Tja, wenn du hier ein carpool bist, then you're allowed to feel free on the left lane of a freeway. Nebenan schleichen die anderen Autofahrer vorbei und ärgern sich.
Ich befürchte, Rudolf, die entspannten Zeiten beim Autofahren sind auch hier längst vorbei, die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde heraufgesetzt, keiner hält sich wirklich dran und in der Zeitung las ich von congestions (Staus) und road ragers (hektische Spurwechsler).
Rupert sagte noch, dass die Benzinpreise innerhalb von fünf Jahren von 1 $ auf fast 5 $ gestiegen sind, er sechs Tage in der Woche von 9 am bis 9 pm arbeiten muss und nur über Weihnachten, Thanksgiving und am Indepence Day Urlaub bekommt. Dagegen wirkt das Leben in Good Old Germany ja wirklich wie das Paradies:-?

Donnerstag, 3. Juli 2008

LA confidental





Hi folks,
gestern waren wir auf dem Hollywood Boulevard und Johnny Depp, Jimi Hendrix und Spiderman sind uns über den Weg gelaufen. Schon lustig, dass die auch in ihrer Freizeit verkleidet herumlaufen müssen. Und in Bel Air, wo sie ja alle wohnen, ist es gespenstisch ruhig, jedes Haus sieht wie eine Festung aus und der Fuchs hält dort seine Gänse versteckt. Wenn das Leben als celebrity so aussieht, werden wir unser casting übermorgen wohl absagen müssen.
Doch es gibt Neuigkeiten bezüglich unseres Autokaufs. Der lila Cadillac, den wir schon in unser Herz geschlossen hatten, wurde zwar vor wenigen Stunden vor unseren Augen verkauft, aber - hey - fünf zur Probe gefahrene Autos, 15 gefühlte Stunden kostenloses Sprachtraining mit car dealern ohne und mit Brustbehaarung, waren nicht umsonst. Wir wissen nun ganz sicher: budget cars are rotten, reliable ones are ugly and all the others are out of limit.
Angesichts dieser Erfahrungen erscheint es wie ein kleines Wunder, dass wir als Sieger einer seltsamen quiet auction einen für 9600 $ angebotenen Mini-Landrover von Kia für exact 6891 $ nun unser eigen nennen dürfen. Für Kenner der Materie: inclusive auction fee, documentary fee, tax fee, total protection fee, sales fee, inspection fee, smog fee and credit card fee. Bei diesen feelen fees beträgt der eigentliche Preis nur 5584 $. Noch sind wir stolz. Am Samstag (morgen ist independence day) bringen wir das Auto zu einer Werkstatt. Sollte sich herausstellen, dass wir mit dem Wagen nur noch um den nächsten Block kommen, könnten wir ihn gegen cash wieder zurück bringen. Es bleibt also weiterhin spannend ...

Montag, 30. Juni 2008

America is beautiful





Amerika ist großartig,
egal wen man hier um Hilfe bittet, die Leute sind einfach superfreundlich und sehr hilfsbereit. Im Fernsehen wird ständig gelächelt, selbst bei den Nachrichten. Und als Deutscher (Achtung Tina und KollegInnen: Erstes Foto mit Kappen!) hat man hier einen guten Stand. Jeder kennt jemanden, der schon mal in Kaiserslautern oder Paderborn gewesen ist, meistens bei der Army, einfach großartig.
Als wir heute noch mal schnell unsere Milch für das Frühstücksmüsli bei Seven Eleven um die Ecke (das sind ca 3 km) holen wollten, hat uns doch der Rupert seinen kleineren Zweitwagen geliehen (s. Foto), einfach großartig. Der Rupert ist dann auch noch los mit uns nach dem Frühstück (er hatte ein egg sunny side up oder war es ein scrambled egg oder sogar ein over easy?) und hat uns mal gezeigt, wo bei den Amerikanern aus den Vereinigten Staaten die Glocken hängen (s. Foto).
Leider ist der Rupert ein wenig fotoscheu, sonst könnten wir ihn euch auf einem Foto zeigen. Das ist schade, denn er hat richtig weiße Zähne. Die sieht man meistens, weil er so viel lächelt, einfach toll. Doch Rupert hat sich nicht lumpen lassen und seine zwei Freunde (s. Foto) überredet, die lächeln genau so schön wie er.

Freitag, 27. Juni 2008

Time to say good bye


















Liebe Freunde, Nachbarn und Kollegen,
mit großer Freude und ein wenig Wehmut haben wir den Dienstagabend mit euch genossen. Eines ist nun endgültig klar: Wir kommen gerne wieder.
Unsere Vorbereitungen für die Abreise laufen mittlerweile auf Hochtouren. Das Wohnzimmer ist übersät mit tausend kleinen Sachen. Beim Packen gilt: Weniger ist mehr. Heute abend wird sich zeigen, was von dem ganzen Krempel tatsächlich in unsere Rucksäcke hinein passt.
Noch haben wir das sichere Gefühl, nichts übersehen oder vergessen zu haben - bis auf das Finale am Sonntag. Da können wir euch nur einen spannenden Abend wünschen. Denkt doch bitte beim ersten Siegtreffer der besseren Mannschaft (rechnet noch jemand mit Deutschland?) an uns, in 11km Höhe, direkt über den nordischen Schmelzwassern.
Liebe Grüße von Sabine und Jörg